Ruhestand

Nicht alle Eier in einen Korb legen

Von Nadine Effert · 2015

Auf seine Rente sollte man sich heute nicht mehr verlassen. Aber welche Anlage sorgt für die benötigte Sicherheit?

Um den wohlverdienten Ruhestand geniessen zu können, sollte man sich gut auf ihn vorbereiten. Dazu gehört auch die finanzielle Absicherung, denn mit der Rente allein kommt man oft nicht weit.

Endlich nicht mehr arbeiten! Der letzte Arbeitstag liegt hinter uns: Kein Wecker klingelt uns morgens aus dem Bett und endlich Zeit für all die schönen Dinge, für die in den letzten 40 Jahren keine oder nur ungenügend Zeit war. Endlich die vierwöchige Kreuzfahrt durchs Mittelmeer mit der ganzen Familie, endlich den Hobbys ausgiebig frönen und die notwendigen Renovierungsarbeiten am Haus durchführen. Also schöne, heile Ruhestandswelt? Ja, wenn man sich frühzeitig damit beschäftigt, wie all die Wünsche und die regulären Kosten für den Lebensunterhalt bis ans Lebensende gestemmt werden - ohne dass das angesparte Vermögen einfach verpufft. 
Es geht aber nicht nur um die Finanzierung der schönen Dinge im Leben. Wie sieht es mit den hohen Ausgaben im Fall einer Pflegebedürftigkeit aus? Die Krankenkassen übernehmen nur einen Teil dieser Kosten, Pflegeversicherungen sind sehr teuer und ihre Leistungen beschränkt. Da kann sich das Ersparte schnell in Luft auflösen - vor allem, wenn es lediglich auf einem Sparbuch mit unter einem Prozent Zinsen gehortet wird. Wer clever ist, legt sein Vermögen so an, dass es ihm über die Jahre möglichst viel Rendite bringt, ohne dabei ein zu hohes Risiko einzugehen.

Aktien: Risiko streuen

Wenn es darum geht, einen Teil des Vermögens in Aktien zu stecken, schrecken ältere Erwerbstätige und Pensionäre oftmals zurück, da sie daran zweifeln, noch genügend Aussitz-Zeit für etwaige Kursverluste zu haben. Fakt ist: Aktien unterliegen Wertschwankungen und einer gewissen Ausfallwahrscheinlichkeit. Doch bedeutet dies längst kein Todesurteil für diese Anlageoption. So kann - gerade für unerfahrene Anleger - eine Anlage in Investmentsfonds eine (bessere) Alternative sein, da hier je nach Ausrichtung in Aktien und festverzinsliche Wertpapiere investiert wird. Durch die breite Streuung können Verluste an anderer Stelle aufgefangen werden. Das betrifft auch reine Aktienfonds - die jedoch im Vergleich mit einem höheren Risiko behaftet sind.

Situationsanalyse als Basis

Wie bei jeder anderen Anlageform auch, ist alles eine Frage der Risikofreudigkeit, der Risikofähigkeit, des Anlagehorizonts und des zur Verfügung stehenden Kapitals. Was es braucht, ist eine gründliche Analyse der persönlichen Situation und Bedürfnisse. Folgende Fragen stehen dabei im Raum: Welches Risiko kann und will ich mir finanziell leisten? Ist mir Sicherheit wichtiger als Rendite? Wie gehe ich mit eventuellen Verlusten um? Wie lange können die Gelder angelegt werden? Und wie hoch ist der Kapitalbedarf, um das Einkommen nach der Pension sicherzustellen? Auf den Antworten basierend kann eine passende Anlagestrategie entwickelt werden. Wer Sicherheit bevorzugt, setzt dabei eher auf eine konservative Kapitalanlagen wie Immobilien.

Lieber konservativ?

«Betongold», so werden Immobilien gerne genannt. Gelten sie doch in ihrer Weiterentwicklung weitgehend stabil. Mieteinnahmen stellen eine zusätzliche Einnahmequelle dar, die vor allem in den Ballungsgebieten aufgrund steigender Mietpreise auch in Zukunft ergiebig ist. Wer ein Direktinvestment scheut, aber dennoch auf die konservative Anlage Immobilie setzen will, kann dies im Rahmen eines Immobilienfonds. Hier empfehlen Experten einen offenen Immobilienfonds, der seine «Hände» bei mehreren Objekten im Spiel hat - wo wir wieder beim Thema Risikostreuung wären.

Mehrere Kapitalanalgen sind sinnvoll

Je nach Finanzlage und Budget gibt es viele Möglichkeiten vor und nach der Pensionierung Gelder anzulegen. Die Prüfung verschiedener Angebote ist ratsam. Wer nicht in der Lage ist, selbst Risiken und Chancen, aber auch Steuervorteile, einzuschätzen, sollte sich von einem Finanzexperten beraten lassen und sich nicht davor scheuen, mehrere Meinungen einzuholen. Ein guter Berater wird ohnehin nicht dazu raten, das komplette Vermögen zum Beispiel in Aktien zu stecken, sondern in mehrere Kapitalanlagen. Sinnvoll ist eine breite Streuung. Tipp: Es schadet nicht, die Anbieter von Finanzprodukten selbst unter die Lupe zu nehmen. Wie in jeder Branche, gibt es auch in der Finanzdienstleistungsbranche schwarze Schafe. Prahlt der Anbieter mit hohen Renditeversprechungen? Äussert er sich abschätzig über andere Finanzprodukte und etablierte Geldhäuser? Macht er Druck? Dann ist Vorsicht geboten - schliesslich geht es um Ihr Geld und letztlich um ein sorgenfreies Leben nach der Pensionierung.