Pflege

Mehr als nur Versorgung

Von Frank Wagner · 2017

Individuelle Pflege ist auch zu Hause möglich.

Der Anteil der Senioren an der Bevölkerung wächst stetig und wird zu einer Herausforderung. Die Möglichkeiten, den Lebensabend attraktiv und gut betreut zu verleben, sind jedoch vielfältiger denn je.

Die Schweiz «altert»: Laut Bundesamt für Statistik waren 18 Prozent der 8,5 Millionen Einwohner 2016 über 65 Jahre alt. Die Tendenz ist steigend. Manche Kantone, etwa das Tessin, Bern oder Graubünden haben bereits mehr Senioren als Unter-20-Jährige. Zudem gibt es bei den Über-65-Jährigen besonders viele Menschen mit Behinderungen. Nach der letzten Erhebung waren das etwa 0,6 Millionen. Rapide steigende Gesundheitskosten sind nur eine der Folgen.

Neue Wohnkonzepte fürs Alter

Für die Senioren selbst stellt sich die Frage, wie sie eigentlich leben wollen und können. Immer mehr Senioren beschäftigen sich frühzeitig mit altersgerechtem Wohnen, auch ohne bestehende gesundheitliche Probleme. Manchmal ist bereits die Erdgeschosswohnung mit barrierefreier Ausstattung eine Lösung. Auch alternative Wohnkonzepte wie Senioren-Wohngemeinschaften oder spezielle Alterswohnungen, vielfach im Modell des betreuten Wohnens, werden vermehrt angeboten. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) zählte 2016 fast 16‘000 Alterswohnungen, zumeist in gemeinnütziger Trägerschaft. Hier können je nach Bedarf zum Beispiel Mahlzeiten, Raumpflege oder auch individuelle Pflegeleistungen hinzu gebucht werden.

Häusliche Pflege – oftmals eine Alternative

Wer nur zeitweise Unterstützung benötigt oder nicht zwingend auf ein Alten- oder Pflegeheim angewiesen ist, kann auf Angebote zur häuslichen Pflege zurückgreifen. Etwa 300‘000 Menschen in der Schweiz haben 2015 solche Spitex-Dienstleistungen genutzt. Auch finanziell oft eine gute Alternative zur meist teureren Heimunterbringung. Trotz staatlicher Pflichtversicherungen (Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV / Invalidenversicherung IV) sowie möglicher Zuschüsse geraten nämlich viele Betroffene in finanzielle Schwierigkeiten. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) recherchierte bereits 2015 durchschnittlich 8’700 CHF für einen Pflegeheimplatz. So können sich zunehmend Dienstleister etablieren, deren osteuropäische Pflegekräfte direkt bei den Pflegebedürftigen wohnen und regelmässig durch Kolleginnen ersetzt werden. Die Kosten sind um ein Vielfaches niedriger, doch nicht immer werden alle Standards, auch arbeitsrechtlich, eingehalten. Hier gilt es also, die Angebote genau zu prüfen.