Sponsored Post

Unternehmensbeitrag / Interview

«Das Hören bestimmt unseren Alltag»

Von Akustik Schweiz AG · 2015

Manfred Elsässer bei der Gehörgangsuntersuchung mit dem Ohrmikroskop

Das Ohr ist eines unserer wichtigsten Organe. Funktionsstörungen können in die Isolation führen. Manfred Elsässer, Vorstand der Schweiz Akustik AG, erklärt, wie wir uns am besten davor schützen.

Warum ist gutes Hören so wichtig? 

Unsere gesamte Kommunikation läuft über das Ohr. Das Hören bestimmt unseren Alltag. Wenn es nachlässt, funktioniert die Verständigung nicht mehr. Wir können nicht mehr kommunizieren, und dies führt uns immer mehr in eine Art Isolation. 

Wie wird ein Hörverlust in der Regel bemerkt? 

Abgesehen von einem Hörsturz, der abrupt passiert, ist ein Hörverlust eine schleichende Erscheinung. Man gewöhnt sich daran - im Gegensatz zum Sehen. Beim Lesen werden irgendwann die Arme zu kurz, und dann weiss man, dass man eine Brille braucht. Aber beim Hören ist das anders. Die meisten glauben, sie hören noch wie früher. Sie werden dann eher aus ihrem persönlichen Umfeld auf das Problem aufmerksam gemacht. 

Ist das dann der Moment, in dem die Betroffenen zum Arzt oder Akustiker gehen? 

Nicht immer. Oft gibt man zunächst den anderen die Schuld. Man redet sich ein, die anderen sprechen nicht deutlich genug. 

Wann kommt die Einsicht, dass es doch am Gehör liegt? 

Es sind oft die Lebenspartner, die sich beschweren, weil der Fernseher zu laut ist oder weil sie alles mehrmals sagen müssen. Die Missverständnisse im Alltag nehmen zu. Wenn es dann noch schlimmer wird, bemerkt auch der Betroffene, dass er in geräuschvollen Umgebungen Unterhaltungen nicht mehr folgen kann. Er versteht am Arbeitsplatz die Kollegen nicht mehr. Das ist dann schon eine fortgeschrittene Phase, in der die Schwierigkeiten nicht mehr zu leugnen sind. 

Also wird das Problem gerade dort erkannt, wo viele Nebengeräusche sind? 

Genau. Sobald mehrere Leute zusammenkommen und durcheinander sprechen, wird es schwierig. Im Stimmengewirr finden sich Menschen mit einem Hörverlust nicht mehr zurecht. Aber auch wenn Verkehrslärm oder andere Nebengeräusche dazukommen, geht es oft nicht mehr. 

Äussert sich der Hörverlust immer identisch oder sind es unterschiedliche Tonlagen, in denen die Probleme beginnen?  

Der klassische Hörverlust beginnt in den hohen Tönen. Unser Gehör ist am sensibelsten in den hohen Frequenzen. Schädigungen durch äussere Einflüsse, also durch Lärm, passieren dann genau dort. Hohe Frequenzen werden nicht mehr so klar wahrgenommen. Es klingt alles wie durch Watte. Es gibt aber auch krankheitsbedingte Hörverluste, zum Beispiel durch Mittelohrentzündungen. Dabei sind mittlere und tiefe Tonlagen das Problem. 

Schädigungen durch Lärm, Mittelohrentzündungen – das kann auch in jungen Jahren passieren. Geht Hörverlust nicht auch mit dem Altern einher?

Doch, die Alterung selbst hat auch einen Einfluss. Wir sind ja heute fast immer Lärm ausgesetzt. Je älter man wird, desto länger wird das Gehör dadurch geschädigt. Das hinterlässt Spuren. Aber es ist auch ein Wandel eingetreten. Bei Hörverlust suchen heute auch sehr viel häufiger Menschen in jüngeren Jahren nach Hilfe. 

Warum ist das so? 

Heute sind sehr viel mehr Menschen auf gutes Hören angewiesen. Jeder, der im Dienstleistungssektor arbeitet, muss kommunizieren können. Früher waren mehr Menschen an Maschinen tätig, da hat das keine so grosse Rolle gespielt. Deshalb kommen die Leute heute früher zum Hörgeräte-Akustiker. Früher sind sie im Durchschnitt nach dem Eintritt ins Rentenalter von 65 Jahren zu uns gekommen, heute liegt dieses Durchschnittsalter deutlich davor. 

Müssen Menschen im Alter zwangsläufig mit dem Nachlassen des Hörens leben? 

Nein, nicht zwangsläufig. Es hängt davon ab, wo und wie man gelebt hat. Wer in einer lauten Fabrik gearbeitet hat, hört mit 80 Jahren höchstwahrscheinlich schlechter als jemand der in einem ruhigen Büro tätig und nie in der Disco war. Es ist auch möglich mit 80 Jahren noch sehr gut zu hören. Statistisch gesehen hört etwa die Hälfte der 80-Jährigen schlecht. 

Welcher Lärm ist am schädlichsten? 

Das spielt keine Rolle. Das Gehör unterscheidet nicht zwischen der Art des Lärms, nur die Wucht ist entscheidend. Auch wenn jemand laute Musik als angenehm empfindet, sie schädigt trotzdem das Gehör. 

Wenn die meisten Menschen erst sehr spät merken, dass sie schlechter hören – gibt es Empfehlungen, ab wann und wie oft ein Hörtest erfolgen sollte? 

So etwa ab 50 Jahren. Aber grundsätzlich gilt: Wer in einer Gruppe das Gefühl hat, er muss sich mehr anstrengen als andere, sollte er das als Indiz für einen Hörverlust werten. Das kann auch schon mit 30 der Fall sein. Mit 50 Jahren ist es aber auf gar keinen Fall ein Fehler, sich mal ein professionelles Urteil über das Hörvermögen einzuholen. Je nach Ergebnis kann dann entschieden werden, wann ein weiterer Test erfolgen soll. 

Wer ist die beste Anlaufstelle für einen Hörtest – der HNO-Arzt oder der Hörgeräte-Akustiker? 

Bei einer Erkrankung ist der HNO-Arzt natürlich die richtige Adresse. Für einen Hörtest ist es aber nicht notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Hörgeräte-Akustiker verfügen über die gleichen Geräte zum Testen des Hörvermögens wie der HNO-Arzt. Sie sind auch speziell dafür geschult. Und der einfache Test beim Akustiker ist in der Regel kostenlos. Heute ist es auch so, dass die meisten Kunden zunächst zu uns kommen. Gegebenenfalls empfehlen wir dann noch einen Besuch beim HNO-Arzt.  

Sie weisen auf der Website der Schweiz Akustik AG auf einen Hörtest im Internet hin. Was bringt dieser Service auf der Plattform hoertest.ch? 

Das ist eine grobe Standortbestimmung. Der Test kann nicht ganz genau sein, weil es auch von der benutzten Hardware und der Lautstärkeeinstellung abhängt. Aber er gibt einen Anhaltspunkt. Viele Menschen haben Schwellenangst und mögen nicht gleich zum Akustiker gehen. Deshalb ist hoertest.ch ein sinnvolles Angebot für Menschen, die glauben, schlechter zu hören. 

Was ist, wenn Sie tatsächlich einen Hörverlust diagnostizieren? Kann nur ein Hörgerät helfen? 

Es gibt kein Medikament, das die Schädigungen aufhebt. Denn beim klassischen Hörverlust sitzt sie im Innenohr. Die beschädigten Sinneszellen können nicht ersetzt werden. Hörverluste, die krankheitsbedingt im Mittelohr entstehen, kann man dagegen operieren. Beim klassischen Hörverlust gibt es nur die Korrektur mit einem Hörgerät. 

Welche Auswahl hat der Kunde dabei?

Es gibt sehr kleine Lösungen, die wir etwa drei Millimeter vor das Trommelfell setzen - also extrem tief. Das Gerät kann dort zwei oder drei Monate bleiben bis es von uns wieder herausgenommen und erneuert wird. Der Kunde erwirbt ein Abonnement. Er kauft sich gutes Hören, wir machen den Rest. Die Geräte sind absolut unsichtbar, die Stromversorgung ist fest eingebaut. Die anderen Modelle setzt der Kunde sich selbst täglich ein. Sie haben eine Batterie, die er wechseln kann. 

Aber auch bei diesen Modellen gibt es Unterschiede, oder?

Ja, natürlich. Die kleinsten sind fast unsichtbar im Ohr und die grösseren werden diskret hinter dem Ohr getragen. 

Wie stark unterscheiden sich die Bauformen hinsichtlich der Kosten?  

Die Bauform ist gar nicht so entscheidend für die Kosten. Was der Kunde ausgibt hängt sehr viel stärker von dem Chip, also der Elektronik, die im Gerät verwendet wird, ab. Die günstigsten bieten nur eine Hörverstärkung. Dabei gibt es nur die Möglichkeit, sie laut und leise zu stellen. Die modernen Chips analysieren die Umgebung und unterdrücken Geräusche. Neueste Geräte übertragen sogar direkt Telefonate oder Musik vom Smartphone ins Ohr. 

Menschen, die ein Hörgerät tragen, klagen mitunter über die schwierige Eingewöhnung. Warum?

Ja, das ist das Hauptproblem. Die Werbung verspricht mitunter mehr als am Ende gehalten werden kann. Wenn behauptet wird, in einer Stunde ist die Anpassung gemacht, dann ist Vorsicht geboten. Die Realität sieht anders aus: Der Kunde kommt ja oft einige Jahre zu spät zum Akustiker und hat sich an das schlechte Hören schon gewöhnt. Er weiss gar nicht mehr wie laut die Umgebung eigentlich ist. Der Akustiker muss ihn dann wieder aufbauen.  

Was heisst das?

Die Anpassung muss individuell auf das Gehör abgestimmt werden und in kleineren Schritten erfolgen. Über Wochen hinweg steigert der Akustiker immer wieder die Korrektur, andernfalls würde der Kunde von den Geräuschen überfordert werden. Der Kunde muss sich bewusst machen, dass er wieder neu hören lernen muss. Wenn er gut mitmacht, gibt es auch ein sehr gutes Resultat. Die Idealsituation ist dann, dass er das eingesetzte Gerät über den ganzen Tag hinweg gar nicht mehr wahrnimmt. 

Kann damit ein hundertprozentiges Hören wieder herstellt werden? 

Das ist abhängig vom Hörverlust und der Fitness des Kunden. Mit der modernen Technik kommt man sehr nahe an das gesunde Hören heran. Aber man wird nie ein perfektes Ohr nachbilden können, weil die Schädigung ja noch da ist. Mit modernen Systemen steht der Kunde jedenfalls wieder voll im Leben. Er kann auch bei Nebengeräuschen wieder an Unterhaltungen teilhaben. 

Haben ältere Menschen mehr Probleme, sich an das Hörgerät zu gewöhnen? 

Es hängt nicht vom Alter ab, sondern vom Willen. Bei Kunden, die zum Hörgerät gedrängt werden, machen wir schlechtere Erfahrungen. Wenn jemand sagt, ich will den ganzen Lärm doch gar nicht mehr hören, dann wird es für uns sehr, sehr schwierig. 

Kann man sagen: Je früher der Hörverlust korrigiert wird, umso besser? 

Ja, die Hörentwöhnung ist dann viel kleiner. Man benötigt kleinere Geräte mit einer geringeren Verstärkung. Und das Gehirn ist noch aktiver.

Informationen

Die Akustik Schweiz AG wurde 2010 gegründet. Sie ist die erste unabhängige Kooperation von Familienbetrieben im Schweizer Hörgeräte-Markt. Zu ihr gehören rund 30 selbstständige und engagierter Hörgeräte­akustiker, die in 50 Fachgeschäften in allen Regionen der Schweiz mit ihrer Persönlichkeit und mit ihrem Namen für ihre Hörberatungen und den Dienst am Kunden einstehen.  
info@akustikschweiz.ch
www.akustikschweiz.ch   

Im Interview

Manfred Elsässer
Präsident Akustik Schweiz AG