Gastbeitrag

Das Auge: Was den Durchblick im Alter trübt

Von Dr. med. Reto Allemann - Zufikon · 2015

Vorsorge und Früherkennung von Augenerkrankungen sind wichtig zur Erhaltung der Sehfähigkeit bis ins hohe Alter.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Häufigkeit von altersbedingten Augenerkrankungen. In den westlichen Ländern ist das Glaukom zum Beispiel eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Durch das Glaukom kommt es zu einer Schädigung des Sehnervs und somit des peripheren Gesichtsfeldes, meistens ausgelöst durch einen erhöhten Augendruck. Weil man die Frühsymptome der Erkrankung selber nicht bemerkt, sollte man ­– insbesondere bei familiärer Vorbelastung ­– den Augendruck regelmässig beim Augenarzt kontrollieren lassen. Wenn nämlich der Patient selbst Symptome feststellt, ist die Krankheit meist bereits weit fortgeschritten und der Schaden leider nicht mehr rückgängig zu machen. Nicht zur Erblindung, aber zum Verlust der Lesefähigkeit, führt die altersbedingte Makuladegeneration. Bei dieser langsam fortschreitenden Krankheit kommt es mit zunehmendem Alter zu Ablagerungen im retinalen Pigmentepithel (Ernährungsschicht der Netzhaut). Die Makula als Ort des schärfsten Sehens wird beschädigt. Dadurch nimmt der Patient zunehmend im Zentrum des Gesichtsfeldes verzerrte Linien wahr. Mit der Zeit verschwimmt die zentrale Sehschärfe und man verliert unter anderem die Fähigkeit zu lesen. Das periphere Gesichtsfeld bleibt dabei aber erhalten. Man unterscheidet zwischen der trockenen und der feuchten Form der Makuladegeneration, wobei nur die feuchte Form mit sogenannten intravitre­alen Injektionen (Spritzen ins Auge) behandelt werden kann. Weit verbreitet ist nicht zuletzt die altersbedingte Trübung der Augenlinse, die sogenannte Katarakt – auch Grauer Star genannt. Sie kann ebenfalls zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Die Sehschärfe nimmt langsam ab und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Die Katarakt kann aber relativ einfach durch eine Operation behoben werden. Bei der Operation wird die trübe Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Weil die Komplikationsrate mit Zunahme der Trübung der Linse steigt, sollte – auch bei relativer Beschwerdefreiheit – nicht zu lange mit der Operation gewartet werden. Weil die obengenannten Erkrankungen meist schleichend auftreten und lange nicht bemerkt werden, lohnt es sich ab dem 40. Lebensjahr alle zwei bis drei Jahre die Augen kontrollieren zu lassen.

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Dr. med. Reto Allemann
Augenarzt Zufikon
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