Sehen

Alles im Blick

Von Svenja Runciman · 2015

Alternativ zur Lesebrille kann bei Alterssichtigkeit auch eine Operation helfen.

Die Sehkraft lässt mit fortschreitendem Alter nach. Abhilfe schaffen nicht nur Lesebrille oder Kontaktlinsen – auch Laseroperationen können für mehr Lebensqualität sorgen.

Am Frühstückstisch muss man die Zeitung immer weiter von sich weghalten, um die Texte lesen zu können, beim Einkaufen sind Preisschilder nur aus immer grösserer Entfernung zu erkennen: Spätestens ab dem 50. Lebensjahr ist fast jeder Mensch mit Alterssichtigkeit konfrontiert. In der Nahdistanz ist scharfes Sehen dann nicht mehr möglich. Der Grund dafür ist, dass die Elastizität der Augenlinse nachlässt und – beispielsweise durch Kalkablagerungen – Verhärtungen entstehen. Diese Alterssichtigkeit kann mithilfe einer Brille oder mit Kontaktlinsen korrigiert werden. Lag bislang keine Fehlsichtigkeit vor, so kann eine ganz normale Lesebrille mit Sammellinse zum scharfen Sehen in der Nähe ausreichen. Wer schon kurz- oder weitsichtig ist oder eine Hornhautverkrümmung hat, dem helfen eine Mehrstärkenbrille oder entsprechende Kontaktlinsen. 

Weitgehend schmerzfreier Eingriff

Doch das teilweise schwierige Einsetzen der Linsen oder die im Alltag manchmal störende Brille müssen nicht sein. Alternativ können sich Betroffene auch einer Operation unterziehen. Bei der operativen Korrektur von Alterssichtigkeit ist das Ziel, eine sogenannte Monovision zu schaffen: Dabei wird ein Auge auf den Leseabstand eingestellt und das andere sieht die Ferne scharf. Vor dem Eingriff wird das erwartete Ergebnis mithilfe  von Kontaktlinsen simuliert, um zu testen, ob das Gehirn mit diesem Prinzip zurechtkommt, da das Sehzentrum lernen muss, das jeweils scharfe Auge zu benutzen. Bei dieser Operation kommt häufig die LASIK-Methode zum Einsatz, bei der die Hornhaut mit einem Laser vorsichtig abgetragen wird. Die Vorteile dieses Eingriffs: Er ist weitgehend schmerzfrei, wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Seit Kurzem ist es zudem möglich, das Sehen in der Nähe mit einem Implantat zu verbessern, das per Laser in die Hornhaut eingesetzt wird. Noch in der Experimentalphase befindet sich hingegen die Möglichkeit, durch Weichlasern der Linse die verlorengegangene Elastizität wiederzugewinnen.

Zum Autor

Dr. med. Reto Allemann
Augenarzt Zufikon
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